Rathausrunde im Januar von Sybille Metzler

Im Dezember verhandelte die Cites-Artenschutzkonferenz auf höchster internationaler Ebene um weltweite Handelsbeschränkungen für vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Der Handel mit Tieren oder Teilen davon wurde weiter eingeschränkt oder aufrecht erhalten wie beispielsweise beim Elfenbein. Sicher ein Teilerfolg im Kampf gegen das globale Artensterben.

Was aber ist mit den kleinen, unscheinbaren, manchmal unsichtbaren Lebewesen? Hauptursache für das Verschwinden von Arten ist der Verlust ihrer Lebensräume (Nahrungsgrundlagen, Wohn- und Brutstätten) durch eine Vielzahl menschlicher Aktivitäten wie Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft, Waldrodung, Verschmutzung und Übernutzung. Dadurch sind nicht nur einzelne Arten vom Aussterben bedroht, sondern Fachleute beobachten auch einen besorgniserregenden Rückgang von Beständen, also die Anzahl der Individuen einer Art. So sind die Bestände von Fluginsekten in den letzten 30 Jahren um 70-80% eingebrochen mit dramatischen Folgen für die gesamte Nahrungskette.

Welchen positive Beitrag können wir hier vor Ort zum Erhalt der Artenvielfalt leisten? Bei den Mitarbeitenden der Technischen Betriebe Rottenburg (TBR) beobachten wir eine hohe Sensibilität für die Belange des Artenschutzes. So wurde zum Beispiel die große, alte Weide im Schänzle durch Einkürzung und Verbau von Stützen erhalten und damit auch deren Habitate für Vögel, Fledermäuse oder Insekten. Schön anzusehen ist die Anlage blütenreicher Verkehrsinseln anstelle gepflastertem Grau inklusive Baumpflanzung wie vergangenes Jahr in der Friedrich-Ebert-Straße. Die insektenfreundlichen, bunten Staudenbeete im neu gestalteten Schänzle erfreuen auch die Menschen. Aber auch über den Winter nicht gemähte Blühstreifen wie an der Sülchenstraße erfüllen einen wichtigen Zweck, weil dadurch Gelege von Insekten nicht zerstört werden.

Auch die TBR werden zum Konsolidierungskurs des städtischen Haushalts beitragen. Sollte deshalb das Gras etwas höher wachsen oder manche Ecke etwas wilder aussehen, müssen wir das aushalten. Wenn durch Sparmaßnahmen auch die Natur profitiert, haben wir doppelt gewonnen.

Wir Grüne im Land haben durch die Erweiterung des Nationalparks Schwarzwald, den landesweiten Biotopverbund und das Biodiversitätsstärkungsgesetz vielfältige Maßnahmen ergriffen. Wir werden uns weiterhin auf allen Ebenen für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen!